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Die alberne Elite

Neulich traf die Autorin in der Straßenbahn ein Mädchen aus ihrer alten Stufe. Man musterte sich von Kopf bis Fuß, schlich umeinander herum, um sich dann schließlich doch zu einem aus zusammengebissenen Zähnen hervorgepressten "Hallo..." herabzulassen. Das Mädchen war in ein dünnes rosa Jäckchen gehüllt und ihre vermutlich von einem Privatfriseur aufgesteckte Frisur saß tadellos, dicke Schminkschichten vertuschten die farblosen Augenbrauen, verklebten die Augen und betonten durch Warnfarben die Lippen. Ihre Ohrringe waren farblich auf ihre Socken, das Markenhandtäschchen und wahrscheinlich die Unterwäsche abgestimmt, in der Hand hielt sie ein 500 Euro-Handy, das ununterbrochen piepsige Töne von sich gab, und das Näschen streckte sie hoch in die Luft.

Die werte Autorin musste unwillkürlich grinsen - hach, die junge Dame machte ihrer alten Schule alle Ehre - ganz im Gegensatz zur Autorin, die Jeans und schwarze Chucks, einen grauen Mantel und darunter ein T-shirt mit Wolf drauf trug, ihre wilde Mähne ungebändigt über den Rücken fallen ließ und auf eine Handtasche gerade ganz verzichtete. Doch dieses Mädchen war tatsächlich der Inbegriff der albernen Elite, die sich jenes humanistische Gymnasium mithilfe der Eltern heranzuzüchten pflegte - Tochter eines Großunternehmers, existent nur in der naiven Masse und in Designerklamotten gesteckt, ohne die sie nichts wäre, weil sich ihr Selbst darüber definierte. In Latein zu ihrem geheuchelten Bedauern allerdings eine Null. Wie schade, dass man sich mit Geld und lokaler Prestige weder gesunden Menschenverstand noch Persönlichkeit kaufen kann. Das meint jedenfalls die Autorin.
4.11.06 16:00
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sternen.kalte* / Website (4.11.06 17:15)
Oh, diese Begegnung kommt mir so bekannt vor. Bin ich doch selbst von so einer Elite-Schule. Oo


Sombra (4.11.06 22:37)
Nachdem ich von meinem Gymnasium auf eine popelige Berufsbildende Schule gewechselt habe, weil es da die Fächer gab, die mich interessierten, war ich nur noch Luft für meine ehemaligen Mitschüler.
Gott wie traurig.
Die sind.

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