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Traumweben

Es ist eng. Links neben der Tür die Schränke mit den gelben Türen, darüber das Bücherregal, das die gesamte Wand einnimmt. Ein Notenständer, Decken in rot, orange und blau. Ich packe zusammen, was nicht vorrübergehend dort bleiben soll. Ziehe meinen Trenchcoat über. Es ist mein altes Zimmer, alles noch an seinem Platz, aber meine Eltern wohnen nicht mehr in diesem Haus, fremde Menschen bewegen sich darin. Ich höre, wie sie im Nebenzimmer, dem Elternschlafzimmer, über mich sprechen, abfällig. Ich schaffe ein wenig Ordnung, packe noch zwei kleine Drucke von Franz Marc in meine Tasche, werfe die Decken auf das durchgesessene, rote Sofa rechts gegenüber der Tür. Die Tageszeit lässt sich nicht bestimmen, aber es ist schützend düster. In einem Geheimfach hinter dem Regal finde ich fast vierzig Euro. Dann gehe ich hinaus, knalle die Türe zu. Im Nebenzimmer sagen sie: "Und jetzt knallt sie auch noch die Türe, dabei ist sie es doch, die sich daneben benommen hat." Ich stürme die glatte Treppe hinunter und nehme die letzten vier Stufen auf einmal, stelle mit Befriedigung fest, dass ich immer noch die Trittsicherste bin. In der Küche noch ein fremder Mann. Das Haus ist in mich eingewachsen und doch haben sie hier ihr Quartier, in dem ich nichts zu suchen habe. Mir ist schlecht, so schlecht... Ekel, Abscheu, Selbsthass - und ein großer Hass auf sie. Ich fliehe.
5.5.06 15:32
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sombra (5.5.06 15:38)
Ich wünsche dir, dass aus dem "Ich fliehe" irgendwann ein "Ich gehe und lasse all das hinter mir" wird.
Ich denke an dich.


shekaina / Website (5.5.06 17:29)
dreh dich um. dreh dich um- dreh dein kreuz in den sturm.,.

weisst du. ich denke du fliehst nicht...schliesslich stellst du dich diesem ekel und flüchtest nicht in all die leere. nein du bleibst bei dem gefühjl und hältst es aus. das ist mehr als genug...
und der hass... er war solange überfällig...früher ga es immer nur schutz für sie und deiner blieb von dir wge und nun scheint etwas richtig zu sein, aber du empfindest es als falsch, weil es ganz anders ist und nicht mehr so, wie du es gewohnt warst.

manchmal ist das gewohnte falsche leichter zu ertragen als das richtig neue.

ich weiss, du schaffst das.

deine seelenschwester

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