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Beziehungschaos

Als ich etwa zwölf war, hatte mein Vater eine Freundin, Mechthild hieß sie. Ich weiß nicht, ob es die erste war, aber jedenfalls ging er sehr offen damit um, geradezu kaltschnäuzig. Er ging mit ihr aus, machte Ausflüge, lauter Dinge, die er mit meiner Mutter und mir schon lange nicht mehr gemacht hatte, sagte, er sei eben in sie verliebt; ein paarmal brachte er sie sogar mit in unser Haus, mindestens einmal, als meine Mutter auch da war. Er zwang mich, Dinge mit ihm und Mechthild zu unternehmen.
Ich hätte sie hassen sollen, aber sie machte es mir sehr schwer - sie schien sich für mich zu interessieren und mich ernstzunehmen, sprach mit mir, spielte sogar Karten mit mir, versuchte, eine Beziehung aufzubauen.

Mich brachte das völlig durcheinander. Es warf meine Welt komplett über den Haufen. Da war einerseits meine missbrauchende Mutter, die zu mir kam und alles bei mir ablud, eifersüchtig und verletzt, die mich fragte, was sie tun solle, und mich zwang, meinen Vater und Mechthild auszuspionieren.
Da war mein Vater, der die Familie zerbrach und das auch noch in aller Öffentlichkeit, völlig kalt und rücksichtslos, wie um meine Mutter zu demütigen, der versuchte, mich auf seine Seite zu ziehen und gegen meine Mutter auszuspielen.
Und da war Mechthild, die mich vorbehaltlos mochte und gut behandelte, was eine seltene Erfahrung für mich war, die ich aber trotzdem nicht mögen durfte, weil sie ja die Familie untergrub.
Ich stand zwischen den Fronten. Egal, was ich tat, es war falsch. Meine Gefühle wurden verdreht und verstümmelt. Ich wurde benutzt, musste ein doppeltes Spiel spielen.

Irgendwann war es vorbei. Ich sah Mechthild nie wieder. Mein Vater sagte, es sei meine Schuld, ich hätte die Beziehung untergraben. Meine Mutter verurteilte mich, weil ich auch nur mit Mechthild gesprochen hatte.
21.4.06 13:56
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Shekaina / Website (21.4.06 18:13)
missbrauch auf jeder einzelnen ebene... dass du überlebt hast, ist ein grosses wunder und alleine DEIN verdienst. nur deiner. mach dir das immer wieder klar: du bist die, die das spiel mit dir und deiner seele beendet hat- du bist im grunde die gesunde.- sie sind im grunde die kranken.

mechtild begegnet dir heute auch wieder... du selbst bist sie heute für dich... der verrat an einer mutter, die keine ist.


ich bin IMMER bei dir.

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