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Vielleicht

ist es Zeit, wieder regelmäßiger zu schreiben. Früher hat es mir viel Erleichterung gebracht und ich wäre eine Närrin, würde ich diese Strategie aufgeben.

Gestern habe ich die Arbeitsproben und das Vorstellungsgespräch für eine Buchbinderstelle versemmelt. Was ich hergestellt habe, war nicht gut genug, man brachte mir nicht besonders sanft bei, dass ich kein Talent hätte. Offensichtlich habe ich meine eigene Arbeit auch noch überschätzt, das ist vielleicht das Schlimmste dabei. Ich habe mich überschätzt. Ich hab wirklich geglaubt, ich wäre in der Lage, diesen Beruf zu erlernen, ich wäre geschickt und penibel genug. Es ist viel schlimmer, sich zu überschätzen und dann mit der Nase darauf gestoßen zu werden, als sich von vornherein zu unterschätzen und sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Es hat mein ohnehin schon mangelhaftes Selbstwertgefühl total durcheinandergebracht. Mir fehlt jetzt der Mut, zu meinem Goldschmiedepraktikum zu gehen - wenn ich doch kein handwerkliches Geschick habe, werde ich mich da nur lächerlich machen... Mich da überhaupt zu bewerben - eine Farce.
Je höher man sich selbst einschätzt, desto tiefer fällt man, wenn man merkt, wie unzulänglich und unbegabt man ist. Verdammt, ich hielt mich wirklich für einen Menschen, der geschickt ist.

Und jetzt hab ich ein Déjà-vu. Als hätte ich das alles schon einmal geschrieben.

Den ganzen Tag konnte ich meine Gedanken nicht von den Szenen losreißen, kehrte zwanghaft immer wieder zu den schmerzhaften Worten zurück - Wir suchen Leute, die schon eine gewisse Begabung mitbringen, und das ist bei Ihnen nicht der Fall. Tresorübung. Fünfmal. Zehnmal. Zwanzigmal. Hilft nicht. Ablenkung. Notfallkoffer. Es war schwierig, mich nicht für meine Selbstüberschätzung, Anmaßung und Schlechtigkeit zu bestrafen. Jetzt komme ich langsam darüber hinweg. Aber es hat wehgetan. Ich fühlte mich in den Staub getreten, degradiert und wertlos. Ich will mir so sehr wehtun, habe es verdient und brauche es. Jetzt. Jetzt. Jetzt. Ob das überhaupt noch ein nachvollziehbarer Gedanke ist? Oder nur noch der verdrehte Irrsinn, der mich früher hat überleben lassen, mit geradlinigem Denken aber überhaupt nichts mehr zutun hat? Das ist alles so krisenverdächtig. In meinem Hirn pocht nur noch dieses eine Wort:
KRISE
22.3.06 23:33
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Shekaina / Website (23.3.06 20:44)
glaube an dich und deine fähigkeiten. ich tus. du wirst einen job haben. einen, der zu dir passt.
ich denk an dich.


Sombra / Website (25.3.06 13:14)
Versuch es einfach. Jeder hat mal einen schlechten tag, jeder hat sich mal überschätzt.
Ich drücke dir die Daumen. halt durch!

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