Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch

 

https://myblog.de/geistmoerderin

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Ich hatte diese Angst

schon heute morgen, schon vor dem Aufstehen, und sie schien mich zu fesseln, mein Herz schlug schneller. Irgendwie gelang es mir, mich zu erheben, zu duschen, zu fr?hst?cken. Innerlich war ich wie gel?hmt. Es war keine fassbare Angst, nichts direktes, aber sie schn?rte mir den Brustkorb zu. Ich bew?ltigte mein Vormittagspensum, ich lie? mich nicht von der Angst beherrschen, ich blieb in Bewegung. Ich bin nicht erstarrt. Die Angst lie? sich in Schach halten, sie wurde sogar weniger, aber sie verschwand nicht. Ich ging am Nachmittag zur Psychiaterin, lie? Fragen ?ber mich ergehen, sprach von der Angst. Es half nicht, ich konnte sie nicht ausmachen. Ich kam nicht heran. Vielleicht ist es die allgemeine Angst, die mich immer wieder ?berf?llt, wenn meine Mitbewohnerin sich hier bewegt. Ich konnte kaum sprechen, alles war wie zugesetzt. Ich dissoziierte, hatte Schwierigkeiten, im Gespr?ch zu bleiben. Die Angst. Ich ging nach Hause, erledigte einige Dinge, nahm 25mg Melperon. Blieb in Bewegung. Telefonierte. Dann machte ich mich auf den Weg zum Posaunenchor. Sie holte mich wieder ein, die Angst, ich kehrte um, hielt es nicht aus. Ich schrieb Weblogeintr?ge, sah fern, lenkte mich ab. Dachte ans Schneiden. War nahe dran, zur Klinge zu greifen. Notfallkoffer. Ammoniak. Nochmal 50mg Melperon - sie hatte gesagt, ich sollte den Bedarf ruhig nehmen. Ich sah wieder fern, konnte mich aber nicht mehr so gut konzentrieren. Jetzt sitze ich hier mit der gleichen verdammten Angst wie heute morgen. Sie hat mich, sie begleitet mich manchmal tagelang. Das hasse ich. Ich will das nicht mehr, nie mehr diese Angst haben. Das versteht niemand, der es nicht aus erster Hand kennt. Man kann es nicht verstehen. Man kann es ja kaum benennen.
2.2.06 00:30
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


myschkin / Website (2.2.06 08:54)
Ja, ich verstehe es nicht, ich kann es nicht begreifen, wenn auch ansatzweise ein bisschen. Vielleicht war es für mich einfacher, es zu ertragen, als mein Körper diesen Verwirrungen nicht standhielt und ich krank wurde. Schließlich hat auch die Angst mich verlassen, doch ohne andere Menschen ist das unwahrscheinlich. Vielleicht können die realen Menschen, die Du vor kurzem hier aufgezählt hast, Dich im übertragenen Sinne an die Hand nehmen, nicht um Dich unmündig oder klein zu machen, sondern um die Angst zu überdecken, bis es ausgestanden ist und sie kein Recht mehr hat, sich so Deiner zu bemächtigen und Dich zu zementieren. Vielleicht muss man gewissermaßen bemerken, dass man die Angst nicht braucht. Es klingt ernürchternd und entsetzlich praktisch, aber als ich Angst hatte, habe ich mich mit Menschen um eine Zeit verabredet, kurz bevor eine Pflicht anstand. So riß mich dann das Pflichtgefühl diesen Menschen gegenüber aus der Angst heraus, gar nicht erst das Zimmer zu verlassen und Dummheiten zu begehen.
Es ist noch früh, deshalb wünsche ich Dir einen ertragreichen Tag!
myschkin


shekaina / Website (2.2.06 13:20)
die angst...ich kenne sie. begreife sie sogar mittlerweile und sie begleitet mich auch oft, aber ich lasse mich von ihr nicht mehr in die flucht schlagen-
bitte bleibt stark. du hast soviel geschafft und schau, dass du da soschnell wiemöglich rauskommst-
du brauchst DEINEN RAUM:

ich hab dich lieb!wenn was ist.-...ICH BIN IMMER FÜR DICH DA

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung