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Die große, dunkle Angst

Ich versuche jeden Tag erneut, mir eine emotionale Schutzhaut aufzubauen, indem ich mich unter meiner blauen Wolldecke verkrieche, schutzsuchend, als müsste ich nie wieder hervorkommen. Es ist eine Kinderstrategie, die niemals funktioniert - immer kann ich nur hoffen, dass mich niemand angreift, reizt oder verletzt, denn das trifft mich im Innersten. Es ist, als dürfe mich niemand berühren, weil bei mir das rohe Fleisch bloßliegt, weil es keine schützende Haut gibt... Der raue Alltag macht mir jeden Morgen Angst. Keine blaue Wolldecke macht mich weniger verletzbar, und wenn ich mir tausendmal sage, dass ich dorthin zurückkann, und dass ich ein zu Hause habe, das nur mir gehört und wo mich niemand quälen kann, wenn ich ihn nicht selbst hineinlasse.

Mir sind die Stunden so wichtig, in denen ich einfach nur auf der Couch sitze, ohne Termindruck, mit einer Tasse Kräutertee und bei Kerzenlicht, allein, gemütlich lesend. In diesen Stunden kann mir niemand wehtun. Und wenn sie vorübergehen, bekomme ich Angst. Ich zähle die Stunden, bis der nächste quälende Termin ansteht, und koste sie intensiv aus, als müsste ich an dem Termin sterben. Aber ich sterbe nicht. Ich habe nur immer weiter Angst. Und ich weiß nicht, ob das nicht vielleicht sogar schlimmer ist... Manchmal denke ich an Selbstmord, nur um diesen Situationen zu entgehen, vor denen es mir so graut. Mich damit immer wieder zu konfrontieren, bringt mir nicht die geringste Erleichterung. Ich wünschte, ich könnte abstumpfen. So angst- und schmerzfrei werden, wie all die anderen Menschen in meinem Umfeld. Aber ich stumpfe nicht ab.

Die Welt macht mir Angst.
18.11.06 18:27
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


shekaina / Website (18.11.06 18:45)
ich kann jedes wort verstehen und fühlen und das sage ich nicht einfach so. es ist, als würde "die welt" einen mitten auseinander brechen, als würde sie dir jeden tag dein hrz brechen. ich kenne das nur zu gut.
viellleicht kannst du es schaffen diese innere ruhe ein bisschen in das leben da draussen mitzunehmen, die guten, netten dinge aufzunehmen. sie in dich einzuschliessen.

abstumpfen werden wir nie, aber wir werden gute mauern errichten, damit das schlechte nicht mehr ungefiltert in uns einbricht.

ich kann dich wirklich verstehen. wichtig ist es langsam zu tun, zu dosieren. dir immer wieder diesen rückzug zu gestatten und auch einfach mal nen termin sausen zu lassen, gib dir zeit - wir brauchen sie beide.

ich denke an dich


shekaina / Website (19.11.06 22:42)
WIR GEBEN NICHT AUF!
Du bist mir ALLES wert, ich hoffe, du weisst das *emotionaler ausbruch*
ich hab dich lieb, mit dir zusammen gehts leichter!

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