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Sprachbarrieren

Da ist eine Sperre in mir. Die Worte strangulieren mich. Dinge verbleiben in meinem Kopf. Nur dort. Gedanken, die man nicht denken darf. Bilder, die man nicht sehen darf. Schmerzen, die man nicht spüren darf. Eine Schande, die niemand bemerken soll.

Fangen Sie doch einfach irgendwo an, Frau K. Nennen Sie mir nur ein Wort. Oder den Gedanken, der am wenigsten schlimm ist von den unaussprechlichen.

Ich schweige mich aus. Mir hat es im wahrsten Sinn des Wortes die Sprache verschlagen. Mir, der Frau, die ihre Zunge nicht hüten kann, die immer eine schlagfertige Antwort und einen bitterbösen Spruch auf den Lippen hat. Miss Sarcasm in persona. Frau Professor. In den Therapiestunden wird die Wortgewandte auf einmal ganz still. Jedes Wort scheint sich im Mund tausendmal herumzudrehen, um dann ganz falsch herauszukommen. Und dann werde ich immer wortkarger. Die am häufigsten gebrauchte Phrase der Frau K.: "Ich weiß (es) nicht." Ich weiß tatsächlich so vieles nicht. Woher kommt dieses Gefühl? Wie stellen Sie sich denn ihr Leben vor? Was haben Sie vorgestern gemacht? Warum erschreckt Sie das so? Wer hat Ihnen das aufgedrückt?

Ist das denn wirklich so schwer, verdammt?

Das ist es, das ist es. Wie soll ich das von Angesicht zu Angesicht aussprechen? Wem kann ich dabei denn noch in die Augen schauen? Was von dem in meinem Kopf ist eigentlich überhaupt wahr und was schon längst verzerrt? Und wird man mich ernstnehmen - oder einfach niedertreten, wie die Pflegerin, die meine Texte über den emotionalen Missbrauch las - und sagte: "Alles halb so schlimm."

Und manchmal habe ich einfach nur Angst, dass ich kotzen muss, wenn die Worte schon in der Kehle stecken bleiben, und ich sie dann doch ausspreche.
14.2.07 23:01
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


shekaina / Website (14.2.07 23:07)
du brauchst jetzt ne andere form von therapie, meiner meinung nach.
es muss tiefer gehen
ich kenne das und denk an dich!


Nachtflug (15.2.07 09:14)
Für mich ist es das Gefühl, dass es dann noch wahrer wird, auf einmal, wenn ich es ausspreche, darum lasse ich es... oft.

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