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Krise

Benenn es, es ist ein schwerer depressiver Schub, sprich es aus, sag endlich, wie es ist. Es ist ein Kann.nicht.mehr und ein ganzes Meer von Zweifeln an mir und an der ganzen Welt. Es ist ein Versinken in Kraftlosigkeit und eine Kontaktlosigkeit, aus der mich niemand aufrüttelt.

Ich kann nicht mehr zeichnen, habe es ganz verlernt. Ich übe nicht mehr Posaune, schon lange nicht mehr, gehe nur noch lustlos zu den Proben und halte es kaum aus, solange konzentriert sein zu müssen. Ich koche nicht für mich, vergesse zu essen und trinke nicht genug. Ich habe keine Kraft mehr für Treffen mit Freunden. Ich lese weniger und döse mehr, höre keine Musik, gehe nicht mehr spazieren, schaue nicht mal mehr einen ganzen Film.

Ich höre einfach auf und auf und auf.
Schön wäre es, auch einfach mit dem Atmen aufzuhören.
28.5.07 19:23


Hier zu Hause

bin ich sicher. Ich muss mir diese kleine Wohnung mit niemandem teilen, niemand kommt herein, wenn ich es nicht will. Diese Wohnung ist mein sicherer Ort, mein Stückchen Privatsphäre. Das kann ich nicht aufgeben, das werde ich nicht aufgeben. Nicht mal für eine stationäre Krisenintervention.
29.5.07 19:05


Stockholm-Syndrom

Immer wieder die Solidarität zum Täter - sie kommt immer wieder und drückt mich erbarmungslos gegen die Wand und lässt mich nicht mehr sein... egal, wieviel der Täter von meinem Leben zerstört hat und was er in mir immer weiter zerstört. Er macht mich ganz wehrlos, ich richte mich gegen mich selbst, denke immer wieder, ich bin die Schuldige, ich habe es verdient, dass man mich demütigt und mir wehtut, mich seelisch und körperlich misshandelt. Es gibt mir meine Existenzberechtigung zurück, die immer vom Täter abhängig war, ich musste mich verbiegen, ich musste, musste, musste, man ließ mir keine Wahl, ich war gezwungen, den Täter noch dafür zu lieben, wie schwer er mich misshandelt hat.
29.5.07 19:45


Refugium

Refugium ist ein Wort, mit dem hier ein kleiner, sicherer Ort in einer unsicheren, beunruhigenden Welt bezeichnet wird.
Lemony Snicket


Ich hänge an mein Hochbett eine Decke, stelle meinen Lederhocker darunter und staffiere das Ganze mit Kissen aus - schaffe einen ganz kleinen Rückzugsort in meiner schon ziemlich kleinen Wohnung. Rückzug bedeutet Schutz. Jetzt noch einen heißen Kräutertee und ein Kinderbuch. Meine Welt muss wieder in Ordnung kommen.

Domus tutissimum cuique refugium atque receptaculum.
(Corpus Iuris Civilis, Digestae 2. 4,18)
30.5.07 13:54


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