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In Kürze

wird es hier einen Passwortschutz geben. Das hat pers?nliche Gr?nde. Wer interessiert ist, hier weiterzulesen (ja, ab heute wird es wieder regelm??ige Eintr?ge geben), m?chte sich bitte hier im Kommentar mit Emailadresse und (wenn m?glich) Blogangabe oder unter >imposaunant@gmx.de< melden.
6.1.06 16:52


Seltsam

ist der Gedanke an ein Aufgeben. Aufgeben, ein Wort, dass ich schon lange nicht mehr benutzt habe, ein Wort, dass sich hinter vielen anderen versteckt hat, die da hei?en: durchhalten oder schaffen oder Leben oder Kraft oder wachbleiben oder Hoffnung. Aufgeben, das f?hlt sich fremd an auf der Zunge, pelzig, schal. F?r jemanden wie mich gibt es kein Aufgeben. Es gibt k?mpfen und leiden, leben und erschaffen, es gibt den Willen und den Mut, den n?chsten Schritt und immer wieder Sein. Was mir wie aufgeben erscheint, ist in Wirklichkeit vielleicht ein Neuanfang. Ich habe mich entschieden, mir selbst zu vertrauen und neue Wege einzuschlagen. Ich bin meine Freiheit.
6.1.06 19:56


Ariadne saß am Schreibtisch

und kaute an den Fingern?geln. Vor ihr lag die Tastatur und eigentlich wollte sie etwas schreiben, aber ihr Kopf schien leer zu sein. Indem sie sich mit ihren Fingern?geln besch?ftigte, lenkte sie sich davon ab. Hin und wieder h?mmerte sie ein paar Worte auf den Bildschirm, nur um sie nach einer kurzen Betrachtung ihrer Fingern?gel wieder zu l?schen. Nichts schien das zu fassen, was sie sagen wollte. Um genau zu sein, war ihr selbst nicht einmal klar, was das sein sollte. Seufzend schob sie die Tastatur von sich, streckte sich und ging einen Tee kochen.
9.1.06 23:31


Ganz plötzlich ist sie wieder da,

von einer Sekunde auf die andere - die Angst. Sie trifft Ariadne wie ein Blitz, Herzklopfen, Klo? im Hals. Ist sie nicht einmal in ihren eigenen vier W?nden sicher? Nein... es wird enger, die Welt zieht sich um sie zusammen. Sie zieht alle Vorh?nge zu, niemand soll sie sehen k?nnen, sie ist nicht da, nie hier gewesen... Es klingelt wieder. Sie will verschwinden, verblassen... es soll sie nie gegeben haben.

Er ist grauschwarzsilberblau, wolkenfarben, und besteht aus Donner und Wind. Seine Augen gl?hen wie Blitze, gelb, voller Stolz, Instinkt und Wildheit. Unter seinen Schritten scheint sich Weite auszubreiten, w?hrend er den Raum in alle Richtungen durchmisst. Ein dumpfes Grollen erk?mpft sich einen Weg aus den Tiefen seiner Brust in seine Kehle und er sch?ttelt sein ?ppiges Fell.

Sie klettert unter den Schreibtisch, und kauert sich zusammen, eng, ganz eng... Wann werden sie aufgeben? Wenn sie jetzt gehen, werden sie ihr doch schon bald wieder auflauern, morgen vielleicht, vielleicht ?bermorgen. Wird sie ihre Wohnung denn niemals wieder verlassen k?nnen? Sie ist in die Enge getrieben, in ihre kleine Ecke. Sie schaltet das Licht der Schreibtischlampe aus, nun ist die ganze Wohnung dunkel.

Mit gefletschten Z?hnen, die in der Dunkelheit gespenstisch leuchten, wirft er sich vor sie, bereit, sie mit seinem Leben zu verteidigen. Alles scheint auf einer anderen Ebene abzulaufen, auf der keine Worte mehr notwendig sind. Seine gro?en Pfoten tappen unruhig in der Dunkelheit. Sie streckt die Hand aus und sp?rt seine warmen Ohren. Er h?lt einen Moment inne und l?sst sich kraulen, ohne dabei an Wachsamkeit zu verlieren.

Ariadne h?lt den Atem an, w?hrend das Telefon nun zu klingeln anf?ngt, mit jeden Schrillen hysterischer, so scheint es ihr. Ihre Gedanken wandern zu den beiden D?schen auf dem obersten Regalboard. Es w?re so einfach. Sie w?re verschwunden. Nicht mehr erreichbar. F?r immer. Vorbei... Sie dr?ckt beide H?nde auf die Ohren.

Langsam verklingt das Grollen zu einem leisen kehligen Knurren. Sie sp?rt eine raue Zunge ihre Hand ablecken. Kluge Augen mustern sie aufmerksam. Er gibt einen leisen Ton von sich und stupst sie an: Abschied auf W?lfisch. Dann wendet er sich ab und verblasst im Gehen.

Stille. Das Klingeln hat aufgeh?rt. Ihre Nagelbetten bluten. Sie sp?rt ihr Herz noch immer jagen und ihr wird ?bel, wenn sie an den n?chsten Tag, an das Licht denkt. Doch wieder umziehen? Raus hier, alle Br?cken niederrei?en, weg, weg, weg... Keiner w?rde es verstehen. Niemand w?rde ihr helfen. Die K?ndigungsfrist w?hrt drei Monate. Sie hat keinen F?hrerschein. Kein Recht auf Sicherheit, immer auf der Hut sein m?ssen? Bleiben die beiden D?schen. -
Aber sie hat noch so viel vor im Leben.

ca. August 05
9.1.06 23:49


Identifikationspunkte in der Ariadne-Sage

>Die Sage um Ariadne zum Nachlesen< (link: der rote faden)

Sie sind alle ich.
Der Minotaurus ist das Ungeheuer in mir, das w?tet, hasst, destruktiv handelt. Er kennt keine Kontrolle, er denkt nicht nach, er handelt nur. Der Minotaurus ist die emotional labile Seite, steht f?r ?bersch?umendes Temperament, Gef?hlschaos, emotionale Ausbr?che.
Minos f?ttert ihn heran, vielleicht die Seite, die S?hne fordert, aufpasst, dass es mir nicht zu gut geht, den Ausgleich schafft. Er ist die letzte Kontrollinstanz.
Theseus k?nnte die Seite sein, die alles schafft und mich retten wird, die starke, gesunde, funktionierende Seite, aber auch die unnachgiebige, die immer nur fordert und bis zum ?u?ersten geht, keine Grenzen einh?lt.
Und Ariadne ist das Seelenm?dchen, bedacht und sensibel, sieht die Verletzungen, legt den roten Faden aus, der mich aus dem Labyrinth f?hren soll. Ariadne ist Minos Tochter, sie ist ihm zun?chst einmal unterlegen. Sie kann nur handeln, solange er sich ihr nicht in den Weg stellt. Tritt Minos auf den Plan, kann Ariadne einpacken.
Ohne Theseus und Ariadne kriege ich Minos und den Minotaurus nicht in den Griff.

Der rote Faden. An ihm muss ich mich zur?ckhangeln. Was bedeutet das: ZUR?CKhangeln? Gibt es ein Zur?ck? Wenn ja, so will ich dort nicht hin. Es darf nie wieder so werden wie fr?her. Vielleicht bedeutet zur?ck auch, dass ich mich langsam in der Vergangenheit zur?cktasten muss, etwas mehr verstehen muss, was passiert ist, wie das mit mir zusammenhing und was ich heute f?r mich daraus lernen kann. Vielleicht muss ich ein St?ck zur?ckgehen, um ein St?ck nach vorne zu gelangen.

Das Labyrinth. Man geht in Schleifen, kommt st?ndig an Orten vorbei, an denen man bereits war, aber doch nicht so ganz, nur eine Schleife weiter. Es fordert viele Umwege, viele Kehrtwendungen. Je tiefer man hineingelangt, desto enger werden die Schleifen. Die Mitte ist am weitesten vom Ausgang entfernt. Und hinter jeder Ecke k?nnte der Minotaurus lauern.
10.1.06 17:38


Fakten, Entscheidungen

Ich habe meine Wohnung zum 30. April gek?ndigt und werde ins Ruhrgebiet ziehen, raus aus dieser WG, raus aus dieser Stadt. Einen Schnitt setzen. Einen endg?ltigen. -
Bewerbungen f?r Ausbildungstellen gehen in den n?chsten Tagen raus, es fehlen nur noch die Fotos, die ich aber in einigen Tagen in den H?nden halten werde. Ich probiere es erstmal mit dem Bereich Mediengestaltung, habe aber auch noch einige andere Berufe im Visier, je nachdem, wo ich genommen werde. Sollte es mit der Ausbildung nicht gleich klappen (wovon ich ausgehe - wenngleich ich nat?rlich hoffe, dass man sich um mich rei?t), bleibt mir immer noch die M?glichkeit eines Jahrespraktikums mit anschlie?endem Studium. (=Wenn mich keiner haben will, geh ich halt studieren). Oder eine berufsf?rdernde Ma?nahme.
Die Schule? Ich mache weiter, aber nur um der Tagesstruktur willen. Ob ich sie beende... steht in den Sternen. Verurteilt mich, wie ihr wollt. Es ist meine Entscheidung.

Was mir das bringt?
Es ist eine Kontext?nderung. Es wird mich h?chstwahrscheinlich weiterbringen, mich von der Stadt zu l?sen, in der ich viel gelitten habe - weniger Trigger durch die Umgebung, ruas aus der unmittelbaren Reichweite meiner Eltern... Die WG l?uft auch nicht mehr so gut wie fr?her - wir wollen beide raus.
11.1.06 20:16


Symptomverlagerung

Der Drang, meinen K?rper zu verletzen, mir selbst Schaden zuzuf?gen, mich zu qu?len, wird auch mit der Zeit nicht weniger. Eher staut es sich auf und entl?dt sich dann andeswo: Ich verlagere das Symptom Schneiden ziemlich konsequent in andere Bereiche wie Essen/Hungern, extreme Bearbeitung der Fingern?gel, h?ufiges Schlagen gegen die W?nde. Seit Stunden kreisen wir in der Therapie um das Thema "regelm??ige Mahlzeiten" - und ich schaffs nicht, mich an die Regeln zu halten. Im Moment kann ich kaum essen, weil ich permanent unter Strom stehe. Ich bekomme kaum einen Bissen herunter. Und zus?tzlich lasse ich Mahlzeiten ausfallen, entziehe mir selbst Nahrung... Erst recht, seit wir besprochen haben, dass regelm??iges Essen stabilisierend wirken kann. Destruktiv? Darf es mir nicht gut gehen? Sitzt der Grundgedanke, mir schaden zu m?ssen, so unendlich tief?
14.1.06 01:21


Verdreht

In meinen Gedanken verzerrt sich alles. Ich denke nicht mehr normal, mein Realit?tsbezug ist irgendwie verdreht, ich kann das nicht beschreiben. Unruhe ?berschwemmt mich, aber ich bin wie gel?hmt. Meine Gedanken kreisen um die Vorstellung, mir die Pulsadern aufzuschneiden. Welche? Erst die Halsschlagader, dann die Handgelenke. Blut, ?berall Blut.
Es findet ein Denken auf mehreren Ebenen statt. Eine Ebene, die sich anf?hlt wie ein Traum und Phantasien ausspuckt, Bilder, als bef?nde ich mich in einem D?mmerzustand oder als w?rde ich gleich wahnsinnig. Eine Ebene, die das hier aufschreibt und automatisiert handelt, Tee trinkt, Musik anmacht, waswei?ich, eine Ebene, die mich dazu anh?lt, auf meine Therapiestunde zu warten um das zu kl?ren. Wie gel?hmt. Wie gel?hmt. Eine Ebene, die sich zwanghaft und differenziert mit dem eigenen Selbstmord besch?ftigt. Alles spaltet sich auf. Ich habe keine Worte daf?r.
Ich f?hle mich meinen Lebensumst?nden ausgeliefert. Fiebrig. Das Alleinsein mit mir ist eine Qual. Ich bin im Moment nicht (be)greifbar, nicht einmal f?r mich selbst.
Noch nie in den vergangenen Wochen war ich so nah dran, zur Klinge zu greifen.
16.1.06 13:31


Die DBT-Gruppensitzung triggert.

Eigentlich sollte ich ?ber dieses Stadium hinaus sein, aber es packt mich einfach, diese Menschen dort so leiden zu sehen, Menschen mit schweren Traumata, denen es richtig schlecht geht - es f?llt mir schwer, bei mir zu bleiben und bei dem, was ich schaffe und was ich will. Ich wahre meine Grenzen nicht ausreichend, etwas in mir wird zu ihnen und leidet mit. Gleichzeitig sehe ich die mangelnde Bereitschaft der meisten anderen, sich selbst zu helfen, was mich wiederum ?rgert - anders kann es doch nicht gehen! Und es weckt eine gewisse Wehmut in mir, zu h?ren, wie andere sich schneiden - manchmal m?chte ich mich zur?ckfallen lassen in die alten Verhaltensmuster; sie sind so einfach und gewohnt.

Ich brauche viel Trost im Moment, viel gewohntes, lieb gewordenes, um Halt zu finden. Es ver?ndert sich viel und ich habe nicht selten das Gef?hl, in der Luft zu h?ngen, weitab von allem Vertrauten und total, total verlassen. Ich stehe allein im Sturm und muss hoffen, dass mich meine F??e tragen.
17.1.06 20:09


Nur geträumt...

Zu lange habe ich mich ?ber die Selbstverletzung definiert. Das Schneiden war einer der wenigen festen Punkte in meinem Leben. Ein Anker. Etwas Sicheres, Vertrautes, etwas zum Festhalten. ?hnliches gilt f?r sehr gute Noten und f?r das Malen. Ohne diese drei Dinge scheine ich nicht zu existieren. -
Nat?rlich w?ren da noch das Posaunespielen, das Schreiben, diverse zwischenmenschliche Beziehungen, an die ich mich halten k?nnte. Aber alles, was nach meinem 12. Lebensjahr passiert ist, scheint vor mir keine G?ltigkeit zu besitzen. Manchmal habe ich heute noch, nach ?ber f?nf Jahren in meinem Posaunenchor, das Gef?hl, ich h?tte das alles nur getr?umt und w?rde irgendwann aufwachen und alles ist ganz anders. Als h?tte ich mir das nicht erarbeitet und aufgebaut. Als k?nnte es sich gleich in Luft aufl?sen. Als w?re ich gar nicht ausgezogen. Als h?tte ich nie eigene Kontakte gekn?pft - Kontakte, die meine Eltern ohnehin so erstmal nicht gebilligt h?tten.
Wahrscheinlich ist das wieder nur irgendeine Art der Dissoziation. Aber eine, die ich nicht verstehe und die es mir umso schwerer macht, mich nicht zu verletzen in einer Zeit, in der ich dringend einen Anker br?uchte, um mich nicht in Luft aufzul?sen.
20.1.06 23:41


Therapieergebnis #8

Nachdem ich nun lange keine Stunden mehr dokumentiert habe, fange ich mit der gestrigen wieder an.

Ich habe schon im Kindergartenalter angefangen, "Selbstqu?lprogramme" abzuziehen. Offensichtlich war es m?glich, dass niemand etwas von meinem auff?lligen Verhalten bemerkt hat. Heute w?rde ich dem kleinen M?dchen von damals w?nschen, dass sich jemand k?mmert, dass jemand seine Sprache versteht... Es scheint, als sei das damals ein Versuch gewesen, gesehen zu werden. ?hnliches gilt f?r die guten Noten, das Malen - eine Kindersprache, der Versuch, sich zu zeigen. Darin liegt wohl der Ursprung der Selbstverletzungen. Wer nicht gesehen wird, der existiert nicht.

Gleichzeitig fehlte der Abgleich mit der Realit?t - ich zog mich fr?h zur?ck, trennte Innenleben und Fassade. Ich t?uschte ?ber alles hinweg, was innen war, indem ich mich extra kratzb?rstig und gef?hlskalt gab. Als ich den Schritt in den Posaunenchor machte, geschah das bereits in freiem Fall, es gab keinen Halt von au?en, keine Realit?ts?berpr?fung, nichts. Da war nur der Abgleich mit mir selbst.
Im Prinzip passiert das gleiche, wenn ich heute zu 20% auf einer anderen gedanklichen Ebene bin als der Realit?tsebene, wenn ich zu 20% weggeschaltet bleibe, um mich selbst zu sch?tzen - ich gleiche auf geistiger Ebene ab, weil es das einzige ist, was ich kenne.


Das kommt mir alles ziemlich wirr vor...
24.1.06 13:44


Es passiert nicht viel.

Ich habe die DBT geschw?nzt, bin statt dessen lange spazieren gegangen, habe die Luft genossen, den blauen Himmel. Es war sch?n. Es hat mir gut getan und geholfen, heute stabil zu bleiben. An manchen Tagen ist es besser so.

Ich m?chte nicht traurig werden.

Es passiert nicht viel. Ich strukturiere meinen Tag, versuche, t?glich einige Stunden an der frischen Luft zu verbringen, gehe mehrmals am Tag aus dem Haus, um verschiedene Dinge zu erledigen und mich nicht zu sehr zu isolieren. Heute wird ein Sto? Bewerbungen fertig gemacht, so dass ich ihn morgen zur Post bringen kann.
Vielleicht werde ich mein Englisch und mein Franz?sisch ein bisschen auffrischen, vielleicht wieder laufen gehen, jetzt, da mein Fahrrad geklaut worden ist. Ich werde mir mehr Kenntnisse in Bildbearbeitung aneignen, Posaune ?ben, vielleicht Euphonium lernen, regelm??ige Weblogeintr?ge vornehmen, ein paar Szenen schreiben, die mir schon lange im Kopf herumschwirren.

Ich m?chte nicht nachdenken. Nicht heute, nicht, solange ich viel Zeit dazu h?tte.

Es geht weiter. Es geht voran. Ich bleibe nicht stehen und ziehe mich nicht aus meinem Leben zur?ck.
24.1.06 17:15


Verdammt

Ich hasse es, wenn ich die Abw?rtsspirale durchlaufe und nichts dagegen tun kann, als eine Tablette zu nehmen. Das hasse ich. Wirklich.
27.1.06 00:02


Es ist Zeit, danke zu sagen.

~Real~

Stefan
Weil du der beste Freund bist, den man haben kann. Weil du geduldig und ein Beschützer bist, auf den ich mich immer verlassen kann. Weil du mir den Krisendienst vorbei schickst. Weil ich dich immer anrufen kann. Weil du mich in allem unterstützt, was ich auch anstelle. Weil du mich zwingst, meinen Notfallkoffer anzuwenden. Weil du mit mir stundenlang Canasta oder Carcassonne spielst. Weil es so viel Spaß macht, mit dir Posaune zu spielen. Weil du mich Weil ich dich einfach entsetzlich lieb habe.

Herr G.
Weil Sie es immer schaffen, mich zu motivieren und mich sehen zu lassen, was ich schon geschafft habe. Weil sie mich dazu gebracht haben, der Traurigkeit Raum zu geben. Weil Sie immer da sind oder mich zurückrufen, wenn Sie nicht da sind. Weil wir Außentermine im Cafe hatten. Weil man mit Ihnen bei all dem Schweren auch Spaß haben kann.

Katrin
Weil du meine Lieblingscousine bist und immer zu mir stehst. Weil wir uns gegenseitig in Ruhe lassen können. Weil wir reden können bis einer von uns umfällt. Weil wir stundenlange Waldspaziergänge machen. Weil wir immer zusammen zu spät zur Schule gekommen sind. Weil wir die gleichen T-shirts tragen. Weil du mir auf Klassenfahrt meine Verletzungen verbunden hast. Weil wir im Winter an die Nordsee gefahren sind und das so schön war. Weil du auch immer Trivial Pursuit spielen willst. Weil wir immer Bücher tauschen. Weil so ein großes Herz hast. Weil ich dich schwesterlich über alles liebe.

Therese
Weil du mich an die Posaune gebracht hast. Weil du mit mir Duette aufgeführt hast. Weil wir Zimmer 5 lieben und Langeoog. Weil du mich mit nach Laeso genommen hast. Weil du mir vertraust und mich schätzt. Weil wir zusammen tanzen gelernt haben. Weil wir so schöne Stunden mit S. und F. nach dem Tanzen mit Kochen und Spielen gehabt haben. Weil wir zusammen eislaufen gegangen sind, obwohl du mich immer ziehen musstest. Weil wir uns krank gelacht haben über den Kühlschrank und Herrn B. Weil wir den letzten Tag, an dem ich 19 war, gefeiert haben und beschlossen haben, dass wir immer 19 bleiben. Weil ich die guten Stunden mit dir vermisse.

Janina
Weil du so ein verrücktes, intelligentes, schönes, liebenswertes Mädchen bist. Weil wir uns geküsst haben und du so gut küsst. Weil wir zusammen im Bernstein gesessen und Pläne geschmiedet haben. Weil wir uns erst im Hebräischkurs und später im Forum getroffen haben. Weil du meine Abgründe ausloten kannst.

Frau W.-M.
Weil Sie vier Jahre lang der feste Punkt in meinem Leben waren. Weil Sie mir immer zugehört haben. Weil Sie mir zur Fachhochschulreife verholfen haben. Weil Sie mir die Pforten für den erneuten Schulbesuch geöffnet haben. Weil Sie mit meinen Eltern gesprochen und mir Weihnachtskarten geschickt haben. Weil Sie mit mir Spazieren und Kaffeetrinken gegangen sind, als ich es brauchte. Weil Sie an mich geglaubt und sich für mich interessiert haben.

Frau W.
Weil Sie mich ermutigt und mich beschützt haben. Weil Sie die beste Lateinlehrerin der Welt gewesen sind. Weil Sie mir den Weg zum Leben und Glauben gewiesen haben, auch wenn ich ihn nicht immer beschreiten konnte.

Frau R., weil Sie eine gute Therapeutin sind, die mich durch alle Täler begleitet.
Herr W., weil Sie sich als Psychiater unglaublich engagiert haben.
Frau H., weil Sie mich umarmt haben, als ich es brauchte.

Weiterhin B., BearBell, Hajo, Ute, Robert, C., F., Herr I., Frau Peters und Frau Peters, Frau H., Kathrin, Verena, Sven, Gabi und Klaus, L., Elisabeth, Martina, Susanne, Steffi, Nicole


~Virtuell~

Irina
Weil du immer für mich da bist, egal was ist. Weil wir die gleiche Geschichte haben bis hin zu hellblauen Schlafanzügen. Weil du mich mitgenommen hast in dein Internetzuhause und mir damit eine wunderbare Oase geschenkt hast. Weil du immer hierher kommst und mich begleitest. Weil du mich immer an den sicheren Ort erinnerst. Weil du immer eine Hoffnung für mich hast. Weil du mir Päckchen schickst und wundervolle Postkarten, über die ich mich immer so freue wie ein Kind. Weil du meine Seelenschwester bist. Weil du einfach Du bist und ich dich schrecklich lieb habe.

Clemens
Weil wir so sehr auf einer Augenhöhe sind. Weil du dir mit mir Nächte im SpinChat um die Ohren schlägst. Weil du mich einfach so mal eben anrufst. Weil du immer ein guter Gesprächspartner bist. Weil du den Kontakt zu mir nicht aufgibst. Weil du mir Sms schickst, dass du an mich denkst. Weil ich deinen Humor so mag. Weil ich dich sehr lieb gewonnen habe.

Anydra, Sombra, Sindri
Weil ihr mich unermüdlich begleitet, seit ich dieses Weblog führe, mir immer wieder Kommentare dalasst, die mir Mut machen oder mir weiterhelfen. Weil wir ein bisschen füreinander da sind, soweit es eben über das Internet geht. Weil ich Anteil nehmen darf an dem, was ihr in euren Weblogs schreibt und hin und wieder ein Glitzerlächeln empfangen und verschicken darf. Ich hab euch sehr lieb gewonnen.

Tränchen und Luna, weil sie Vertrauen zu mir gefasst haben und ich ihnen manchmal ein bisschen Schmerz abnehmen konnte.
pan, den ich erst kurz kenne und schon liebgewonnen habe.
Confusia, Annie, Blickkontakt, e., myschkin, endraum, fraggle, s., bardamu, ew für den Einblick in ihre Welten und für Gedanken die ich bewundere oder teile.

Weiterhin barfly, neptunia, wölfin, b., L., T., v., sorrowstar, micha, Yolante, ex_nihila, SinnesWahn, Amy die mich ein Stück begleitet haben oder noch immer begleiten.

Danke.
27.1.06 01:19


Fatalismus?

Ich bin immer noch 12 und lebe in einer starren Realit?t, an der ich nichts ?ndern kann - und wenn ich heute meine Realit?t ver?ndere, so kommt es mir unwirklich vor. So wie sich mir manchmal die Sprache entfremdet, Sprache, was f?r ein seltsames Wort, aus was f?r seltsamen Lauten und Kl?ngen zusammengesetzt, mit der Zunge geformt, und pl?tzlich ist alles weg, nur noch die Laute, die fremden Laute, ein Lallen, das ich nicht mehr verstehe, ich h?re nur noch die aneinandergereihten, v?llig fremden Laute. So ist das mit der Realit?t, "die" Realit?t kann man nicht beeinflussen, nicht ver?ndern, sie ist, wie sie ist. Man ist ausgeliefert, wenn man etwas ver?ndert, dann ist das keine Realit?t mehr. Traumgespinst. Nicht echt. Gar nicht passiert.
Wahrscheinlich haben meine Eltern es mir so vorgelebt. Wenn etwas passiert, dann passiert es, ohne das man etwas daran ?ndern k?nnte, also sollte man es gar nicht erst versuchen, sondern akzeptieren. Fatalistisch. So war das mit dem Mobbing - ogott war ich w?tend, dass man meine Mutter von ihrem Arbeitsplatz vertrieben hat und wie w?tend war ich, dass sie selbst es einfach hat geschehen lassen! Sie h?tte sich doch zur Wehr setzen k?nnen, aber sie hat nur geweint und alles bei mir abgeladen. Meine Vorschl?ge, wie sie sich h?tte helfen k?nnen, verpufften ungeh?rt, sie hielt noch eine Weile aus und ging dann oder wurde gegangen, ich wei? es nicht. Warf das Handtuch. Dann der Betrug durch meinen Vater, sie wusste davon, aber sie hielt aus, akzeptierte, litt - und lud alles bei mir ab. Und ich? Ich hatte doch auch ein Problem mit Mobbing in der Schule, aber ich bin weiter hingegangen, meine Realit?t lie? sich auch nicht ?ndern, ich bekam keine Hilfe und ich konnte die Schule nicht verlassen und schw?nzen fiel mir nicht ein. Ich hielt aus, akzeptierte, litt. Das gleiche zu Hause. Ich konnte nicht ausziehen, konnte mich nicht wehren gegen den Missbrauch, ich hielt aus, akzeptierte, litt.
Und heute frage ich mich, warum es mir so unwirklich erscheint, wenn ich in freien Fall anfing zu lenken und tats?chlich etwas ?ndern konnte. Warum ich immer noch nicht glauben kann, dass ich ausgezogen bin, dass ich Posaune gelernt habe, dass ich mir jetzt eine Ausbildungsstelle suche... Ich bin aktiv geworden, ich habe die fatalistische Lebenseinstellung abgelegt, ich habe mein Leben in die Hand genommen und werde es nicht wieder hergeben - selbst wenn ich mich in letzter Konsequenz umbringen muss (bitte keinen Kommentar). Aber ich muss noch viel arbeiten, um zu sehen, dass ich Kontrolle habe, dass ich die Realit?t ver?ndern kann... Himmel, ist das schwer.
27.1.06 12:55


Schuld

ist das Schmierfett f?r die Achsen der Autorit?t.
Terry Pratchett
30.1.06 12:31





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