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Ich könnte schreien.

In mir ist eine solche Unruhe, dass ich nicht mehr wei?, wohin mit mir. Langsam verliert die Welt ihre Konsistenz. Sie verzerrt sich, die Farben werden schriller, alles scheint nicht ganz echt... wie in einem Film mit schlechten Spezialeffekten. Ich k?nnte schreien. Oder mit Gl?sern schmei?en. Oder pragmatischerweise mit Besteck, das geht nicht so leicht kaputt.
3.10.05 19:55


Gekippt. Von einer Minute auf die andere.

Ich kann nicht mehr schreiben, kann nicht weinen, kann dieses Leben nicht ertragen... Ich werde mich jetzt hemmungslos betrinken und dann ins Bett gehen. Am liebsten w?rde ich nie mehr aufwachen.
4.10.05 20:12


Kein Raum

Ich schaue zu, wie es langsam dunkel wird. Kein Licht heute f?r Ariadne. Es ist kalt. Wir ziehen uns zur?ck in uns selbst, alle vier. Hier ist kein Platz f?r uns. Kein Raum zum Leben. Jede Bewegung macht es mir qualvoll bewusst. Es f?hlt sich an, als w?rde meine Seele ?berall ansto?en, um wieder zu bluten. Kein Raum. Kein Raum. Kein Raum. Ich kann kaum sprechen, kann mein Zimmer nicht verlassen. Dabei ist meine Mitbewohnerin gar nicht da. Sollte sie heute noch wiederkommen, wird das eine Katastrophe... Wie kommt man da wieder heraus? Ich wei? es nicht. Ich schweige mich aus. Es ist kalt.
5.10.05 19:19


Therapieergebnis #6

In den Texten, die ich meiner Therapeutin gegeben habe, wird u.a. sehr klar, dass ich mich in den Jahren im Elternhaus selbst verloren habe, mich aufgegeben habe, um irgendwie den Anspr?chen gen?gen zu k?nnen, was ich aber doch nie geschafft habe. Dass ich nur da war, um die Sinne f?r die anderen zu ?ffnen, selbst aber keinen Raum einnehmen durfte.
Das Raumgreifen... Ich soll mit meinem Zimmer anfangen - wir greifen zu etwas bizarren Mitteln - mich in den Raum stellen und fragen, ob jemand au?er mir ihn beansprucht. Wenn keine Antwort kommt, dann ist er wohl f?r mich frei. lol. Meine Gef?hle kommen wieder einmal mit dem Verstand nicht mit.

Die Sage um Ariadne kam zur Sprache, womit ich mich daran identifiziere, wo ich jetzt stehe. Wir haben versucht, Parallelen zu ziehen. Offensichtlich befinde ich mich im Labyrinth, verzweifelt, verlassen... Aber es gibt ja auch einen Weg hinaus, irgendwo gibt es diesen roten Faden. Ich muss ihn finden und mich daran zur?ckhangeln, heraushangeln ans Licht. Als Hausaufgabe soll ich versuchen, etwas ?ber den Minotaurus und Minos herauszufinden, welche Rolle die beiden in meinem Zusammenhang spielen.

Meine Protokolle. Ich rutsche leicht in selbstsch?digende Verhaltensweisen rein, teils indem ich dem Stress immer nochmal einen draufsetze, teils weil es so einfach und vertraut ist, besonders wenn der Druck von au?en sehr hoch ist. Generell "verst?rt" mich die Au?enwelt. Im Prinzip war das schon immer so. Der Grund, dass ich "gest?rt" bin, ist der Missbrauch, die "Verst?rung" von au?en. Aber es hat nicht aufgeh?rt. Oder ich bin einfach nicht stark genug - ich werde immer noch verst?rt...
Ich muss st?rker werden, um den Belastungen standhalten zu k?nnen.

Weiterhin darf ich keinen Alkohol mehr im Haus haben, da ich neulich erst dissoziativ zur Flasche gegriffen habe. Da ist die Prophylaxe nunmal das wirksamste Mittel.

Am Ende hatte ich einen kleinen Absturz. War nur noch am Zittern, ziemlich weggetreten, hatte das Gef?hl, die Ger?usche fressen mich auf. Meine Therapeutin hat noch 20 Minuten an die Sitzung drangeh?ngt, um mich irgendwie wieder auf den Boden zu holen, mich wieder ansprechbar zu bekommen.
6.10.05 23:37


Ariadne zitterte,

ihr Atem ging flach. Ihre Gedanken hingen sich auf, irgendwo schrillten Sirenen in ihrem Hinterkopf. Die Laute um sie herum schienen sich zu verzerren.
"Frau K., versuchen Sie, Blickkontakt zu halten!"
Ein Schauer durchfuhr sie, als sie in die Augen ihrer Therapeutin sah.
"Welches Datum haben wir heute?"
"... Den... den sechsten Oktober..."
"Genau. Heute ist der 6. 10. 2005. Heute. Wie alt sind Sie?"
"... Zwanzig..."
"Ja, Sie sind zwanzig. Nicht j?nger. Sie werden hier als 20j?hrige herausgehen. Wir haben 2005. Nicht fr?her. Sie sind hier, Sie sind NICHT in Ihrer Vergangenheit, Sie sind hier bei mir und es kann Ihnen nichts passieren!"
Ariadne k?mpfte mit dieser Information, versuchte, sie anzunehmen. Ihre Gef?hle spielten verr?ckt. Sie w?rde gleich umkippen, sie drehte durch... Nein. Ihr w?rde nichts passieren, sie war erwachsen. Sie war erwachsen. Es war vorbei. Vorbei.
7.10.05 00:31


Dies Sanguinis

Ich habe Bauchschmerzen. Die gehen vorbei. Mache mir eine W?rmflasche. Es gibt Dinge, die gehen nicht vorbei. Und es gibt Dinge, die gehen nicht vorbei, und deswegen m?chte ich manchmal sterben. Ich brauche Urlaub von mir selbst, von meiner Seele. Urlaub von meinen Erinnerungen, von den Dingen, die mich von au?en erreichen. In diesen Tagen ziehe ich mich zur?ck aus dem Leben. Ein paar Schritte an der frischen Luft. Allein. Nicht sprechen, niemanden sehen. Manchmal wei? ich nicht, ob ich noch eine Stimme habe. Ich kann keine Menschen ertragen.

please lock me away
and don`t allow the day here inside
where I hide with my loneliness


Keine Stimmen, keine Stimmungen, nur ich, allein mit meiner Musik, mit meinen Gedanken. Ein bisschen Luft zum Atmen. Ein bisschen Licht. L?scht alles in mir aus. Bitte. Ich will von vorn anfangen. Ich will dieses Leben nicht mehr. L?scht alles von der Festplatte und installiert alle Programme neu. Ich will wieder leben.
7.10.05 13:54


Erinnerungsfragment #10

Sie keuchte, versuchte, die Luft einzusaugen, doch es gelang ihr nicht. W?rde sie sterben? Qualvoll ersticken? Ariadne m?hte sich, nicht in Panik auszubrechen. In ihrer Not griff sie nach dem wirkungslosen Asthmaspray in der Nachtschublade. Keine Luft,, keine Luft... Husten, Keuchen, die Tr?nen standen ihr in den Augen.
Langsam wurde es besser.
Eine schlaftrunkene Gestalt tauchte in ihrer Zimmert?r auf.
"Was ist los?"
"Wieder ein Hustenanfall. Schon vorbei..." Sie r?chelte und hustete noch einmal nach.
"Achso, na dann. Schlaf jetzt, dass du morgen gut in die Schule kommst".
"Vielleicht sollte ich doch zum Arzt..."
"Achwo, Zeitverschwendung. Mit einem Schnupfen geht man doch auch nicht gleich zum Arzt. Lass dir von deinem Vater eben nochmal einen besseren Hustensaft mitbringen".

~

Die Br?cke musste sie ihr Fahrrad hochschieben, langsam, ganz langsam, nur nicht zu heftig atmen. Sie hasste und f?rchtete die Atemnotsanf?lle, die sie seit einigen Wochen qu?lten.
"Sicher nur eine Bronchitis", hatte ihr Vater gesagt und die Schultern gezuckt. "Ich bring dir Hustensaft mit".
Es war nicht besser geworden, eher schlimmer.
Die Br?cke war geschafft. Aber sie hatte zu tief geatmet. Der Husten setzte ein. Sie war allein, niemand da... Keine Luft, sie w?rde ersticken! Ach nein, nur eine Bronchitis, daran starb man nicht... Nein. Ariadne erbrach sich ?ber die Lenkstange hinweg. Nur Magens?ure, ein wenig Orangensaft.
Ersch?pft lie? sie einige Minuten vergehen. Doch sie w?rde zu sp?t kommen! Nein. M?hsam stieg sie aufs Fahrrad und fuhr den Rest des Weges zur Schule.

~

Biounterricht. Thema Bakterienkulturen.
"Die Kulturen sind pr?chtig gediehen, besonders interessant ist die, auf die A. letzte Woche gehustet hat. Da haben wir einen klassischen Fall von Lungenentz?ndung..."
Ariadne hustete vor sich hin und beschloss, nach der Stunde nach Hause zu fahren.

Mit etwa 12 Jahren
7.10.05 18:50


Missbrauch

Das Thema Missbrauch besch?ftigt mich zur Zeit sehr. Ich begreife schmerzhaft, was mit mir geschehen ist, ich versuche, es in allen Dimensionen nachzuvollziehen und kann es doch nicht verstehen. Ich denke nur in Bruchst?cken, sehe vereinzelte Szenen vor mir. Schwer zu fassen, was daran verdreht war, obwohl das Grundgef?hl gleichbleibt. Pervertiert. Gebrauchsgegenstand. Ich verstehe, was das mit meinem Selbstwertgef?hl gemacht hat. Das erscheint mir be-greiflich. Unbe-greiflich ist mir der Schmerz, den ich beim Lieben empfinde, die Angst, die mit jeder Art von Zuneigung verbunden ist, der Selbsthass, der mich auffrisst.

In mir k?mpft es mit dieser Unzahl von Szenen, die ich auf einmal Missbrauch nennen soll, obwohl sie jahrelang meine Alltagsrealit?t waren. Ich lasse sie mental durch meine Finger gleiten, zwanghaft, wenngleich mit Unbehagen. Wieder und wieder. Als ob es mich weiterbringen k?nnte, mich zu erinnern. Es ist wohl nichts als der Versuch, die Szenerien aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten: Ich war das Opfer, nicht der T?ter. Ich war das Opfer, ich bin nicht schuldig. Und dann kommen sie doch wieder, die Schuldgef?hle.
Das Verst?ndnis bleibt aus. F?r mich gibt es an dieser Stelle keine Wut, keine Trauer. Ich f?hle nichts als Angst und Schuld und Scham.
Die Verantwortung kann ich nicht aus den H?nden geben. Ich kann mich nicht als Opfer sehen. Ich f?hle mich als T?ter.
7.10.05 23:33


Weil...

... ihr mich auf ein emotionales Abstellgleis gestellt habt,
... ihr mir kein St?ck Privatsph?re gelassen und das wenige, was ich mir aufgebaut hatte, immer wieder niedergerissen habt,
... ihr mich zur beobachteten Beobachterin gemacht, mich aus der Realit?t ausgesto?en habt,
... ihr mich zur Waisen gemacht habt, die doch hautnah mit euch Familie zusammenleben musste,

deshalb sollte ich euch eigentlich hassen.
8.10.05 18:07


Missbrauch (Fortsetzung)

Ich f?hle mich als T?ter und dann setzt die Spirale wieder ein. Meine Schuld, ich bins keine Zuwendung wert, wenn ich sie bekomme, hasse ich mich daf?r. Und ich hasse denjenigen, der sich mir zuwendet, denn da ist was falsch. Mein Gef?hl schreit, Zuwendung ist mit Grausamkeit verbunden. Zuwendung bedeutet Schmerz. Ich kann nicht lieben ohne zu hassen. Ohne wieder und wieder auf Distanz zu gehen, k?rperlich wie seelisch.

Ich f?hle mich als T?ter, ich f?hle mich schuldig. Sie waren nicht die B?sen, also muss ich es gewesen sein - ich bin schuldig. Was mir eigen ist, was ich bin, was ihr ablehnt, ist eine Gefahr f?r die Beziehung, eine nahezu existenzielle Gefahr f?r mich, darum hasse ich es, ich versuche, es auszuschalten. Ich hasse mich, ich hasse meine Identit?t. Ich lege sie ab, entwickle massive Pers?nlichkeitsst?rungen. Ich bin, was ihr wollt, das ich bin. Ich bin mir selbst fremd.

8.10.05 18:39


Ich hasse diesen Körper.

Ich hasse ihn abgrundtief - verunstalte ihn, mache ihn h?sslich, passe ihn meiner Wahrnehmung an. Er ist mir verdammt nochmal im Weg. Er ekelt mich, meine Wahrnehmungen ekeln mich... Soll ich mir die Augen ausstechen? Die Ohren abschneiden? Die H?nde abhacken? Ich will mich zerst?ren. Ich will diesen K?rper kaputt machen.

Meine Seele ist so verdammt kaputt. Ich bin ein seelisches Wrack. Schei?e. Das ist alles verdreht... Schei?eschei?eschei?e.
9.10.05 00:09


Inneres Getriebensein

Ich muss raus aus der Schule, raus aus meiner WG, raus aus dieser Stadt. Ich halte es hier nicht mehr aus... Meine innere Unruhe ist so stark wie schon lange nicht mehr. Alle Br?cken hinter mir niederrei?en... Ich denke daran, die Therapien genauso wie die Schule abzubrechen und in den Ruhrpott zu ziehen. M?glichst bald. Die Wohnung zum n?chstm?glichen Termin k?ndigen.
11.10.05 11:16


Therapieergebnis #7

Meine Therapeutin empfindet meine Aufbruchsstimmung als etwas sehr lebendiges. Vielleicht habe ich noch nicht genug ver?ndert, um mir selbst auf die Schliche zu kommen, um endlich mein eigenes Leben leben zu k?nnen. Vielleicht ist ein Neuanfang das Richtige f?r mich. Sie kann es gut nachvollziehen, hat nicht versucht, mich davon abzubringen, ganz im Gegenteil, wenn sie auch einige Bedenken ge?u?ert hat - hier habe ich ein soziales Netz, einen Therapieplatz, Leute, die sich um mich sorgen (wenn auch nur in der psychiatrischen Ambulanz)... und wenn jemand so pl?tzlich alles hinter sich lassen will, vermeidet er dann nicht auch irgendetwas? Prinzipiell w?rde sie mich aber unterst?tzen, egal, wie ich mich entscheide.

Wir haben dar?ber gesprochen, was mich hier so anwidert - dass au?er mir noch jemand in der Wohnung ist und es mir zu eng wird, dass ich mich nicht frei bewegen kann; dass die Schule mit all den Menschen mich ?berfordert, dass ich eine andere Umgebung brauche, in der mich nicht jede Ecke an altes erinnert. Ich bin ungl?cklich mit meinem Leben, so wie es jetzt ist. Einfach todungl?cklich. Ich ertrage es kaum noch.

Sie sieht wieder das M?dchen, das sich selbst verloren hat durch jahrelange Aufopferung, das sich kaum etwas von den eigenen Bed?rfnissen und W?nschen erhalten hat, das sich nicht mehr recht erinnern kann, was es als Kind werden wollte... Mich, die ich manchmal nicht wei?, ob das mein Leben ist, was ich hier lebe. Darf sich jemand, der sich selbst g?nzlich ausgeschaltet hat, nicht so f?hlen? Ja. Aber ich verstehe nicht, warum es dieses Gef?hl immer noch gibt. Ich habe mir doch mein eigenes Leben geschaffen, ich entscheide selbst... Vielleicht war es nicht gut, wieder auf die alte Schule zu gehen. In eine WG zu ziehen, in der man aufeinander R?chsicht nehmen muss. F?r mich ist es Zeit, die R?cksicht um jeden Preis aufzugeben. Ich muss lernen, dass ich in erster Linie f?r mich selbst verantwortlich bin.

Sie hat mir nahegelegt, wieder in die Klinik zu gehen. Eine Sitzung die Woche reicht im Augenblick nicht und ich bin nicht stabil genug, um tiefer zu gehen und wirklich effektiv zu arbeiten. Ein gesch?tzter Rahmen, t?gliche Kontakte... Die M?glichkeit Kraft zu tanken. Vielleicht Hilfe beim erneuten Umw?lzen meines Lebens.
Tja, wenn ich jetzt in die Klinik gehe, ist nichts mehr mit Schule. Vier Wochen reichen schon, um den Anschluss zu verlieren und mehr als genug Fehlstunden anzusammeln. Zu viel Druck, der mich zerst?ren wird.
Wenn ich jetzt nicht in die Klinik gehe, dann breche ich in absehbarer Zeit zusammen und dann ist auch nichts mehr mit Schule. Im Prinzip kann ich es gleich vergessen. Ich schaff es nicht.

Ich soll mir ein St?ck roten Bindfaden besorgen und ihn mir ums Handgelenk binden, um den roten Faden nicht so leicht zu verlieren.
14.10.05 19:13


Eine Postkarte

Mein Vater hat wieder geschrieben... es reicht, seine Handschrift zu sehen, Worte zu lesen, die so sehr von ihm kommen, um meine Seele zum Zittern zu bringen. Um den Druck auf meinem Herzen zu verst?rken. Es ist gar nichts Wildes, nur eine Postkarte aus der Toskana. Daf?r hat er Zeit, ein Wochenende Radtour in der Toskana.
Als ich neun war, haben wir sonntags gegeneinander Schach gespielt. Manchmal. Ich habe oft verloren. Als ich dreizehn war, hat er mich auf Ausfl?ge mit seiner Freundin mitgenommen. Meine Mutter war so eifers?chtig... Er hat sie so lange betrogen. Jahrelang. Er tut es immer noch. Sie leben immer noch unter einem Dach.
Es tut weh, von ihm zu lesen, als sei nie etwas geschehen. Er ist ein Meister im wegschieben. Und er hat keine Gef?hle. Wir konnten nie miteinander reden - es gab keine Worte zwischen uns. Mir war es unangenehm, mit ihm allein zu sein. Keine Worte, keine Gef?hle. Fremde N?he. Ich wei? nicht, wer er ist. Ich habe ihn nie gekannt. Er ist ein Fremder f?r mich.
14.10.05 20:35


Heimweh.

Ich wei? nicht wonach. Warum. Vielleicht, weil es wieder einen Umbruch geben wird. Weil erneute Entscheidungen gefordert sind. Weil ich verlassen bin, ohne jemanden, der auf mich aufpasst. Obwohl ich doch niemanden ertragen kann. Ich gen?ge mir selbst nicht mehr. Bin wieder nur ein kleines M?dchen, das nach einer Schulter zum Anlehnen sucht. Und nach einem Platz, an dem es sein kann. Ich habe Angst vor der Raumlosigkeit. Ich habe viel Angst, bin m?de, m?chte weinen. Aufbruch. Ich m?chte ankommen. Irgendwann. Umbruch. Es geht wieder los. Und ich m?chte weglaufen vor meinem eigenen Leben.
15.10.05 22:22


Also doch wieder Klinik...

Meine Therapeutin spricht mit der Klinikleitung, wann ich aufgenommen werde. Donnerstag sagt sie mir bescheid. Diesmal doch Warteliste, diesmal ist es nicht so akut. Kann schon n?chste Woche sein, vielleicht aber auch erst in dreien. Ich hab so eine verdammte Angst vor der Schule, vor morgen, vor der n?chsten Woche, in der meine Angstklausur Geschichte an der Reihe ist... Und ich bringe die Zeit nicht rum. Mein Psychiater ist immer noch krank. Wahrscheinlich bis Ende des Jahres, habe ich l?uten h?ren. Ein Termin die Woche reicht nicht. Ich dreh durch. Wie lange? Bitte keine langen Wartezeiten. Ich dreh durch. Wieso komme ich immer wieder an diesen Punkt, an dem nichts mehr zu gehen scheint?
17.10.05 18:04


Ich fühle nichts.

Ich wei? nicht, wie es mir geht. Da ist einfach nichts... Nichts, nichts, nichts. Leere. Keine Gedanken, keine Gef?hle. Das ist auf eigene Art unertr?glich. Es macht wortlos. Wertlos. Es f?hlt sich tot an. Ein verholztes St?ck Seele. Abfall. Keine Fragen mehr. Nichts.
19.10.05 21:55


Tag X

Morgen gehts los. Halb zehn muss ich in der Klinik sein. Mein Koffer ist gepackt. Ich bin sehr m?de, es geht mir nicht besonders gut. Ich habe Angst vor den Menschen und vor der Beschneidung meiner Freiheit. Aber es muss sein. Es wird mich wieder ein St?ck weiterbringen und mich stabilisieren. -
Auf Wiederlesen, ihr da drau?en. Bis in einigen Wochen oder Monaten.
21.10.05 00:27


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