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15. / 16. 9. - Impressionen

40 Tabletten am Freitagabend - ich falle wieder und wieder vom Sofa, ich schlafwandle. Dinge um mich herum wabern. Ich versorge mein Kaninchen mit Socken. 40 Tabletten, ich wollte einmal Ruhe in meinem Kopf. Wirre Albträume, wirre Gedanken. Ich sacke in eine Traumwelt ab, ich spreche mit irgendjemandem - verschwitzt, leichte psychotische Symptome. Ich ziehe Socken über meine Socken. 40 Tabletten sorgen dafür, dass Socken der Mittelpunkt meiner Welt werden.

Samstagnachmittag Psychiatrie. Überdosis - verlangsamt, Gefahr für das Herz, möglicherweise Krampfanfälle. Ich blicke auf den Boden. Vor allem müde. "Wir rufen jetzt einen Krankenwagen, der sie abholt, bis dahin kommen sie auf die Zwei." - "Und wenn ich mich weigere?" - "Dann besorge ich einen Gerichtsbeschluss". Auf die Zwei - die Geschlossene. Klingeln, Tür auf, hinein, Tür zu, eingesperrt. Ich warte. Ich werde abgeholt, zwei Männer in roten Jacken eskortieren mich, meine Infusion trage ich selbst. Woher die Braunüle kommt, weiß ich nicht. Eine kurze Fahrt ins Krankenhaus, mit dem Rollstuhl durch Gänge und Gänge. Ein Überwachungszimmer, ein Nachthemd, hinten offen, riesige Apparate, an die ich angeschlossen werde, Infusion, Blutabnahme, EKG, ich bin müde, liege auf dem Rücken und döse, als der Arzt kommt und mich untersucht und mich Dinge fragt, an die ich mich später nicht mehr erinnere.

Intensivstation. Nacht. Ich liege wach, schlafe, liege wach, schlafe, liege wach. Wenn ich den Kopf nach links drehe, kann ich meine Atemfrequenz auf dem Monitor betrachten. Ich atme langsamer, ich atme schneller. Gelegentlich brennt meine Hand beruhigend von der Infusion. Ich betrachte die Apparate und die Uhr über der Tür, es ist hell, das Licht aus dem Schwesternzimmer nebenan scheint durch die Scheibe. Auf eigenartige Weise fühle ich mich geborgen und ruhig. Ich schlafe wieder ein.

Ein langgezogenes Piepsen - eine Schwester kommt ins Zimmer, tritt rechts neben mich. "Machen Sie sich keine Sorgen, es ist nur der Blutdruck." Ich mache mir keine Sorgen, sehe nur zu, wie sie die Infusion austauscht. Tropf, tropf, tropf. Ich schlafe wieder ein.

Es ist früher Morgen, ich bin jetzt wieder ganz bei mir. Die Schwester streicht über meine Narben. "Tut die Seele so weh?" Sie nimmt Blut an der Hand ab, am Arm findet sie keine Vene. Ich darf mich waschen, abgekabelt, wenn ich verspreche, nicht wegzulaufen und mir nichts anzutun. Zum Frühstück bekomme ich Kakao. Dann liege ich wieder nur da und warte mit geschlossenen Augen.

Sonntagmittag, meine Blutwerte sind wieder ok, ich werde entlassen, zwei Männer in rot bringen mich zur Psychiatrie zurück, diesmal ohne Rollstuhl. Ich muss die Ärztin überzeugen, dass ich keine Suizidabsichten hatte. Ich lächle, ich erkläre, dass ich bei Verstand bin. Ich wollte nur Ruhe in meinem Kopf, ich hätte das Dreifache, Vierfache an Tabletten zu Hause gehabt, aber ich habe nur 40 genommen. "Sehen Sie? Ich wollte mich nicht umbringen." Ich will nicht bleiben. Ich will nach Hause. Ohne 40 Tabletten kann ich es hier nicht aushalten. Sie lässt mich gehen.
1.12.07 18:35


An meine Leser

Ich bin gerade durch die Schule furchtbar eingespannt und schaffe es nicht, zu schreiben. Aber ich bin nicht weg - ich werde versuchen, einiges nachzutragen, sobald ich kann! Danke euch allen, dass ihr da seid. Bis dahin.
Ariadne.
9.9.07 13:09


Weinen...

"Weinen Sie ruhig. Weinen ist besser als Erstarrung. Sie waren früher völlig erstarrt..."
24.8.07 19:17


Therapie heute

Meine Emotionen kochen über. Seit gestern breche ich bei jeder Kleinigkeit in Tränen aus. Keine emotionale Schutzhaut mehr. Reizüberflutung. Nicht in der Schule gewesen. Panikattacken. Tavor. Ich kann nicht mehr. Seelische Überlastung.

VIEL ZU VIEL ZU VIEL ZU VIEL ZU VIEL ZU VIEL ZU VIEL ZU VIEL

Mein offenkundiges Versagen. Frau Österreich verschwendet nur ihre Zeit mit mir. Ich nehme innerlich bereits Abschied. Therapie verdiene ich nicht mehr. "Sie sind jede Minute wert, die wir hier miteinander arbeiten." Nein. Ich bin abgestorben. Totes ist nicht entwicklungsfähig. Ich bin gar nicht echt. Ich bin aus Wachs. Man hat mich getötet. Ich bin nur ein Ding. Abgenutzt. Verbraucht. "Das ist Ihr Vater, der das gesagt hat, der Ihnen das mit GEWALT eingebläut hat." Ich fühle mich hässlich und dumm und widerlich. Ekelhaft. Schmutzig. "Das ist wie eine dicke Schicht Schlamm, mit der Ihr Vater Sie beschmiert hat, immer wieder, bis sie gar nicht mehr wussten, wie sie darunter ausschauen. Aber darunter gibt es noch was, darunter sind SIE, wie Sie wirklich sind! Nur - damit Sie das sehen können, müssen Sie aufhören, sich so niederzumachen, Sie müssen aufhören, sich selbst mit Schlamm zu beschmieren. Sie müssen aufhören, mit dem weiterzumachen, was Ihr Vater Ihnen so gründlich beigebracht hat." Wie soll ich es schaffen, mich nicht mehr zu hassen?

"Wenn Sie sich schneiden, dann ist das kein Versagen, sondern Not!" Ich will mich ÜBERALL verletzen, am ganzen Körper, ich will alles zerschneiden, verbrennen, verstümmeln. "Wenn Sie aufhören, sich zu schneiden, gewinnen Sie Terrain gegenüber Ihrem Vater." Ich KANN kein Terrain gewinnen. Ich bin ABHÄNGIG VON SEINER GUNST UND GNADE. Ich will WEG, weg von ihm. "Fangen Sie damit an, ihn aus Ihrem Kopf zu vertreiben." Ich will mir endlich selbst glauben. Ich kann nicht.

Ich bin geschwächt. Weigere mich, zu essen, zu trinken, meine Wunden zu versorgen. Ich erinnere mich, dass ich als Jugendliche das Essen verweigert habe, wenn ich mich wie ein Ding gefühlt habe. "Sie müssen mir versprechen, dass Sie ausreichend für sich sorgen, sonst muss ich Sie hierbehalten." Wir setzen wieder einen Nonsuizidvertrag auf - mit dem Zusatzpunkt Selbstfürsorge. Ich unterschreibe. Ich gebe mein Wort, dass ich anrufe. Ich verspreche, dass ich überlebe.

Ich verspreche, dass ich überlebe.
23.8.07 19:28


Gedankenfolge

Ich bin überzeugt von meiner Schwäche und Wertlosigkeit. Schneiden = Versagen = Schwäche = Wertlosigkeit. Ich werde mein Versagen und meine Schwäche niemals überwinden, weil sie mich bedingen. Deshalb bin ich wertlos. Ich wollte mich schneiden, ich will es immer noch. Meine Mentalität verträgt sich nicht mit der Therapie. Ich sollte die Therapie abbrechen, denn ich hab den Therapieplatz nicht verdient. Ich würde keinen Tag ohne Therapie überleben, ich würde mich umbringen… aber das wäre eine Erlösung für mich. Ich bin ein hoffnungsloser Fall. Was bin ich noch wert? Ich bin nichts wert. Es wäre das Beste, mich wegzuschmeißen.
22.8.07 19:42


Überlebensmechanismen

Mir wieder und wieder Schmerzen zufügen, mich bestrafen und mich quälen - ich führe fort, was man mir über viele Jahre hinweg angetan hat. Die Erhaltung eines minimalen Selbstwerts durch Solidarisierung mit dem Täter. Der einzige Weg, den maximalen Kontrollverlust, die totale Ohnmacht irgendwie auszuhalten. Irgendwie zu überleben. Stockholmsyndrom. In die Rolle meines Peinigers schlüpfen - es ist eine endlose Wiederholung. Endlos. Absolut endlos. "Sie haben ein sehr langes und sehr schweres Trauma zu verarbeiten."

Ich glaube nicht mehr, dass irgendetwas wieder gut wird. Ich glaube, ich bin tief zerstört, in Trümmer geschlagen und manche davon funktionieren vor sich hin und andere laufen nur mehr auf Störfunk. Zerteilte, getrennte Gefühle, die eine einzelne Seele ordnen und zusammenfügen muss. Es gelingt mir nicht.

Dem Versuch, meinen minimalen Selbstwert aufrechtzuerhalten, ist mein ganzes Leben gewidmet. Mein Leben dreht sich nur darum, was ich verdiene und was nicht, ob ich etwas wert bin oder nicht. "Ich weiß." Ich bin mein eigener Scharfrichter.

Stockholmsyndrom. Dem Peiniger Recht geben und sich selbst richten, weil es richtig war, was er getan hat, weil es richtig gewesen sein muss, was er mit mir getan hat, weil ich sonst nicht überlebt hätte.
21.8.07 16:29


Prioritätenliste

Überleben
Schlaf & Ernährung
Schmerzfreiheit
Angstfreiheit

Therapiearbeit
Schulbesuch

Kontaktpflege
Haushalt

Hausaufgaben
Alles Weitere
20.8.07 18:02


Rückfall

Jedesmal sage ich mir wieder: Es wird keinen Rückfall mehr geben. Ich bin fertig damit. Ich brauche das nicht mehr. Heute stelle ich wieder fest, dass ich mich selbst belüge. Ich bin nicht damit fertig. Ich habe mich wieder geschnitten.

Es ist mehr als nur ein Kontrollverlust, mehr als ein altes Muster - es ist der tiefe Wunsch in mir, mir körperliche Schmerzen zuzufügen und dadurch irgendwie meine Existenz zu rechtfertigen. Es wirkt. Nach wie vor, es wirkt verdammt gut. Ich weiß nicht, wann ich mich in den letzten Monaten das letzte Mal so entspannt gefühlt habe - und so erlöst. Irgendwie im Einklang mit mir selbst. Es ist wie eine kurzfristige innere Reinigung.

Ich war endlich ruhig, die Suizidgedanken waren eine ganze Zeit wie weggeblasen. Wozu Tavor, wenn ich mich schneiden kann? Ich weiß es nicht mehr. Ich stecke wieder in dieser alten Spirale. Ich spüre wieder den alten Druck.

Prävention. Reden. Selbstverletzung nochmal in der Therapie thematisieren. Ich bin nicht fertig damit - ich muss wieder damit fertigwerden.
20.8.07 17:28


Feststellung

Ich schreibe nur immer wieder das Gleiche. Mir gehts schlecht, so verdammt schlecht. Immer wieder. Immer und immer und immer wieder. Es ist so jämmerlich.
19.8.07 19:43


Vierzehnter Achter

Es sind heute genau zwei Jahre. Ein guter Tag für ein Ende oder einen Anfang. Wer mich nicht aufgegeben hat, wird wieder hierher finden. Früher oder später. Und mit der Zeit... mit der Zeit wird ein Windwolf neu geboren.
14.8.07 20:19


Der Schalter

An. Aus. Wenn ich von der Schule nach Hause komme, legt sich der Schalter um. Ich falle nach innen. Spannungsgefälle. Von einem Extrem ins andere. Aus. An. Aus. Ins Bodenlose. An. Gleich kommt der Zusammenbruch. Gleich kommt der Zusammenbruch. Gleich kommt der Zusammenbruch. Gleich kommt der Zusammenbruch. Gleich kommt der Zusammenbruch. Abwenden. Aus. An. Hoch, höher, höher. Ich funktioniere. Wie früher. Die perfekte Maschine. Aus. Das Spannungsgefälle ist so enorm, dass ich dauernd an Suizid denke. Nichts geht mehr. Weglaufen, weg, weg, weg.

Was ist heute anders?

"Sie sind anders!" Ich bin nicht anders. Ich bin die gleiche wertlose Versagerin wie vor fünf Jahren und vor drei Jahren und vor zwei Jahren. Horrorszenarien. Es gibt immer zwei Möglichkeiten. "Es wird Sie nicht das Leben kosten." Doch. "Aber nur, weil Sie das so entscheiden." Ich bin nur etwas wert, wenn ich Leistung erbringe. Gute Leistungen.

"Ihr Dilemma ist, dass es bei Ihnen so auseinanderklafft - Sie sind so gescheit, aber gleichzeitig durch Ihre Geschichte so beeinträchtigt."

Aus. Aus ist immer nur Standby. Die Emotionen laufen sich heiß. Wertlos. Wertlos. Wertlos. Wertlos. Radier mir dieses Wort aus dem Kopf!
13.8.07 19:03


Wieder auf Extremkurs

In der Therapiestunde bricht meine mühsam aufrechterhaltene Selbstbeherrschung nieder. Es ist zu viel. Ich breche zusammen, weine haltlos und wiederhole stereotyp den einen Satz: "Es wäre endlich alles vorbei, endlich vorbei." An diesem Gedanken halte ich mich fest. Ich gehöre nicht in dieses Leben, ich gehöre hier einfach nicht hin! - Die Wiederholungen in meinem Leben machen mir Angst. - Am Ende steht wieder der Nonsuizidvertrag bis zum nächsten Termin. Fünf Tage überleben müssen.
10.8.07 19:56


Ein Satz

"Es geht mir um Respekt! Den habe ich genauso verdient wie jeder andere auch!"

Ein Satz, für den mich Frau Österreich heute gelobt hat. Ein Satz, den ich vor einem Jahr so nicht gesagt hätte. Ein Satz, der in mir etwas verändert hat. Ein Satz, der einen Therapieerfolg darstellt.
9.8.07 22:08


Eingeschult

Wir sind 18 Mädchen und fünf Jungen in unserer Klasse. Ich bin vier oder fünf Jahre älter als die meisten - und es kommt mir vor, als hätte ich zehn Jahre mehr Lebenserfahrung. So ganz gehöre ich da nicht hin. Ich habe noch viel Angst, wenn ich zwischen den anderen sitze. Immer dieses Minderwertigkeitsgefühl: Fünf Jahre älter und noch keinen Schritt weiter. Und gleichzeitig jedem Einzelnen so meilenweit voraus! Die Zuversicht meiner Psychiaterin bezüglich dieser Ausbildung fehlt mir. Dennoch will ich es versuchen.
8.8.07 17:01


"Wie war es in Afrika?"

Letzte Woche hat sie mich mitgenommen - kein Mensch im Umkreis von dreißig, vierzig Kilometern, nur die Weite, die Wildnis. Ich habe geweint. Ein sicherer Ort. Das Foto aus ihrem Kalender durfte ich behalten. Ich trage es wie einen Talisman bei mir.

Es war schön. Ich habe die Giraffen gesehen.

Wie beim letzten Mal hat sie mir Tee eingeschenkt. Heute bin ich ruhiger, ich kann ihn trinken, ohne etwas zu verschütten. Sie nimmt sich Zeit für mich, sie schafft einen schützenden Raum. Das karge Psychiaterbüro wird für mich zu einer Trutzburg und zu einer Sternwarte.

Wir sprechen über meine Angst, in der Schule keinen Fuß auf die Erde zu bekommen, mein Leben einfach nicht in den Griff zu kriegen. Die damit verbundene Scham. Es wäre mein persönlicher GAU, diese Ausbildung abbrechen zu müssen. Wieder zu versagen. Manchmal bin ich mir fast sicher, dass ich es nicht schaffen werde. Aber ich würde mir das nicht verzeihen. Nicht noch einmal.

Zum Abschied sagt sie: "Ich würde Sie so gerne mit meiner Zuversicht infizieren. Denn ich glaube an Sie." Ihre Hände sind warm. Ich gehe leichten Herzens.
2.8.07 15:48


Kann sein, dass es weitergeht.

Ich weiß noch nicht wie. Schreiben ist sehr schwer geworden. Außen geht es gnadenlos weiter - entgegen aller Angst und trotz des Schmerzes, der mich innerlich geradezu verkrüppelt. Ich scheine mich wieder einmal in zwei Personen zu zerreißen, zwei Hälften, die sich gegenseitig nur behindern. Worte zu finden ist schwer. Distanzierung ist schwer... wieder hierher zurückzufinden ist schwer. Mir fehlt viel. Vieles passt nicht mehr, ich wachse heraus. Ich wachse seitwärts, krumm und quer, nicht geordnet... in mir ist zu viel geschehen und auf einmal bin ich eine andere und fühle mich wie ausgestoßen. Kann sein, dass es weitergeht. Vielleicht auch nicht. Ich brauche Zeit.

Vier Wochen therapielos. In einer Woche fange ich meine Ausbildung an. Etwas Neues beginnt, ein Teil von mir ist bereit, ein anderer wird es niemals sein. Ein Antipsychotikum soll mich gegen Flashbacks abschirmen und Gedanken ordnen helfen. Ich bin wirr. Ich habe Alpträume. Anderthalb Wochen sind zu lang. Vier Tage sind viel zu lang. Vier Wochen sind ein ganzes Leben.
28.7.07 19:08


Einen Schlussstrich ziehen

Immer häufiger denke ich daran, diesen Blog zu löschen oder ihn zumindest nicht mehr für andere zugänglich zu machen. Vielleicht steige ich wieder auf das altbewährte Notizbuch in der Handtasche um, das mich so viele Jahre begleitet hat. Nicht jeder Gedanke muss eingeordnet und archiviert werden. Nicht jeder Gedanke darf zwanghaft eingeordnet und archiviert werden. Ich spüre, wie weit ich weg bin, wenn ich hier bin. Wie wenig mich jeder einzelne Satz kostet, weil ich nicht mehr darin bin. Eine Taste, ein Buchstabe. Eine Tastenfolge, ein Wort. Und... vielleicht bin ich aus dieser Welt gebrochen, der Welt des geschriebenen Wortes, so wie ich aus allem herausgebrochen bin, einfach aus allem. So wie mich meine Vergangenheit aus allem herausgebrochen hat.
27.6.07 12:29


Cocktail

Vier Medikamente jeden Abend, um einige Stunden Schlaf zu erzwingen. Dominal zum Runterfahren, Zolpidem zum Einschlafen, Chloraldurat zum Durchschlafen, Seroquel gegen Unruhe, Angst und Flashbacks. Sechs Tabletten mit einem Glas Wasser, ein Cocktail, der mich jede Nacht vor Schlimmerem retten soll.

"Wenn diese Phase vorbei ist, dann räumen wir mit Ihren Medikamenten auf."
Diese Phase. Diese Phase ist die kraftraubendste und die einsamste, die ich je erlebt habe. Noch nie war ich so auf mich selbst zurückgeworfen, nie habe ich so deutlich gespürt, dass niemand mir helfen kann, einfach niemand. Nicht mal ich selbst. Dass ich da einfach durch muss und dass es immer schwerer werden und mich immer mehr bedrängen wird, je länger ich davorstehe und warte, dass irgendwer mir sagt, ich muss das nicht alleine schaffen.

Diese Phase ist keine Phase. Sie ist ein Point of no return, es gibt einfach kein Zurück mehr, meine eigene Ehrlichkeit nimmt mir alles weg und zwingt mich auf einen neuen Weg, den ich nicht gehen möchte, weil er zu schwer für mich ist.

Bleibt mein Cocktail. Ich habe die Nacht mal geliebt, jetzt möchte ich entkommen - mithilfe von sechs Tabletten, zwei grünen, zwei orangen, einer weißen und einer dunkelroten. Gute Nacht, Welt.
23.6.07 21:56


Es macht noch mehr mit mir

Das Gefühl, dass es alles ändert, darüber zu sprechen. Ihr weicht schockiert zurück - jetzt bin ich fremd. Ent.fremdet. Ich bin nicht mehr die, für die ihr mich hieltet, ich bin nicht mehr das, was ich euch bedeutet habe. Ich habe meine Geschichte mit nur zwei Worten für euch simplifiziert und dadurch alles beendet. Das war´s.

Das ist mehr, als ich ertragen kann. Es ist Front x+1 und ich fühle mich unsagbar verlassen.
18.6.07 12:30


Point of no return

Irgendwas zwischen uns ist so unwiederbringlich verloren gegangen, dass ich nicht mehr weiß, wo ich dich finde. Ich wünschte, ich könnte dich wieder zurückholen, ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückholen, die zwischen uns lag. Du fehlst mir mehr, als irgendjemand begreifen kann. Ich weine jeden Abend um dich, wenn mich niemand sieht und hört... und ich bin so einsam ohne dich, wie ich nie zuvor in meinem Leben war - denn du, du hast in meinem Leben eine Lücke gefüllt, von der ich vorher nicht mal wusste, dass sie existiert. Eine Ohne.Dich ist für mich unvorstellbar geworden, absolut unvorstellbar.

Wir müssen uns neu ordnen. Was bleibt uns? Was bleibt? "Von deiner Seite sind jetzt viele." Aber niemand ist wie du. Niemand kann mir jemals so nahe kommen wie du.
17.6.07 14:12


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